Leserbrief
Liebe Neubergerinnen und Neuberger,
als ich dieser Tage in verschiedenen Tageszeitungen den Bericht über die Neuberger Bürgerversammlung lesen konnte, stellte sich mir die Frage “schreibe ich nun einen Leserbrief oder lasse ich die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Neuberg in dem Glauben, dass die Neuberger Liste, und insbesondere Herr Funk mit seinen Anfragen und Anträgen, die er in die Gemeindevertretung einbringt, Politik machen möchte, oder uns, die gewählten Gemeindevertreter, nur beschäftigen möchte?”
Wenn man als Gemeindevertreter Anträge stellt, die dann in einer Parlamentssitzung zur Beratung anstehen und der eigentliche Antragsteller gar nicht kommt, bzw. keiner der beiden gewählten Gemeindevertreter der Neuberger Liste anwesend ist, stellt sich mir die Frage “Soll meine Freizeit ausgefüllt werden oder sitzt das Parlament zusammen um ernste Dinge zu beraten und zu beschließen?”
Genau das war der Grund, warum ich unter Protest diese Bürgerversammlung verlassen habe!
Um mir nicht wieder Anschuldigungen anhören zu müssen, wie schlecht die restlichen Gemeindevertreter doch für Neuberg entschieden haben u.a. mit dem Dauerthema Kläranlagenanschluss von Neuberg nach Erlensee. Immer wieder erleben wir, dass die Gemeindevertreter der NL weder an den Ausschuss-Sitzungen noch an den Sitzungen der Gemeindevertretung teilnehmen, also an den Sitzungen, in denen die Belange der Gemeinde beraten und entschieden werden. Stattdessen missbrauchen sie eine Bürgerversammlung, um immer wieder gebetsmühlenartig ihre Sicht der Dinge zu schildern.
Statt Zeit und Arbeit in die Beratungen in den Gremien zu investieren, nutzen sie es aus, dass auf einer Bürgerversammlung mehr Besucher sind, als bei den öffentlichen Sitzungen. Ökonomisch, aber nicht fair, die Arbeit machen die Anderen und die werden dann noch gescholten. Und das, obwohl es seit Jahren bei uns Usus ist, dass auf der Bürgerversammlung die Bürger Gelegenheit haben, ihre Fragen zu stellen und die Gemeindevertreter gebeten werden, sich zurückzuhalten, weil sie ja in den Gremien genügend Gelegenheit haben, sich zu informieren. Aber wenn man an den Sitzungen nicht teilnimmt…
Auch wenn man sich die Tagesordnung der letzten Gemeindevertretersitzung vom 21.4.2010 anschaut, wird man feststellen, 50 % der Tagesordnung sind ausgefüllt mit unsinnigen und nicht nachvollziehbaren Anfragen oder Anträgen der NL. Hier könnte ich noch weiter berichten, allerdings würde dies zwei bis drei Seiten in diesem Brief füllen.
Zum Abschluss meine Bitte an die politisch interessierten Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde, kommen Sie in die Sitzungen, sie sind öffentlich und Sie können sich dann ein Bild machen von der Politik, die für unsere Gemeinde von den Mitgliedern des Parlaments gemacht wird.
Peter Holzapfel





